Expertenmeinung - Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin

Kunsttherapie

An unserer Klinik haben wir seit einigen Jahren eine kunsttherapeutische Begleitung bei unseren Patienten mit Tumor- und Leukämieerkrankungen sowie für unsere Patienten der Knochenmark/Stammzelltransplantation etabliert. Unsere Patienten haben lebensbedrohliche Erkrankungen, die unbehandelt in der Regel zum Tode führen. Durch intensive Therapie mit Medikamenten und Operationen können heute hohe Heilungsraten erzielt werden. Dies ist allerdings nur durch eine lang andauernde Behandlung möglich, bei der immer wieder längere stationäre Aufenthalte erforderlich sind. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen, aber auch ihre Eltern immer wieder Kraft und Mut schöpfen können, den schweren Weg weiter zu gehen.

Lebensfreude, Lebensmut, ja alle Facetten des Lebens können in Bildern sehr gut ausgedrückt werden. Unsere Patienten werden dabei zu Künstlern, die immer wieder in der Herstellung eines Bildes den Mut zum Weitermachen finden. Auch und gerade für die Eltern, die ihre Kinder begleiten ist die Kunsttherapie immer wieder eine Möglichkeit, Atem zu holen und zu positiven Gefühlen zu finden. Es ist erstaunlich, dass die meisten der von unseren Patienten und ihren Eltern angefertigten künstlerischen Arbeiten inzwischen mehr den Lebensmut betonen als die Bedrohung durch die Krankheit.

Mit Frau Hartmann und einer anderen Mitarbeiterin haben wir über die Jahre diese Kunsttherapie sehr erfolgreich etabliert, sie ist inzwischen für viele andere Kliniken Vorbild und strahlt somit auch weit über unser Ulmer Einzugsgebiet, das ohnehin schon sehr groß ist, hinaus. Die Finanzierung der Kunsttherapie aus den uns von den Krankenkassen zur Behandlung gestellten Mitteln ist naturgemäß nicht möglich, da diese Gelder ausschließlich in die medizinische und pflegerische Betreuung und Behandlung fließen müssen. Dennoch haben wir es immer wieder durch Spenden, aber auch durch interne kleine Unterstützungen ermöglicht, dass diese für unsere Patienten so wertvolle Arbeit weitergehen kann. Für die Zukunft hoffen wir, die Kunsttherapie an unserer Klinik auf eine solide Basis stellen zu können und freuen uns über jede Spende, die die Nachhaltigkeit dieses Engagements sichert.

Klinikclowns

Die Visite unserer Klinikclowns ist für unsere Patienten ein Highlight. Die Klinikclowns helfen, Barrieren zwischen den ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitern und den Patienten zu überwinden, indem sie immer wieder spielerisch in verschiedenen Rollen altersgemäß die Arzt-Patient-Beziehung darstellen. Da werden Puppen abgehört und bei Bären Auffälligkeiten festgestellt, der als Professor verkleidete Clown stolpert ins Zimmer, verhält sich ungeschickt und das Kind muss ihn erst darauf hinweisen, welche Regeln er zu beachten hat. Dieses spielerische, freudige und lustige Spiel produziert ein nachhaltiges Lachen aller Beteiligten, einschließlich der Ärzte und Schwestern und hilft unseren Patienten im Klinikalltag selbst eine Rolle zu finden und auch über die zum Teil schmerzhaften Alltäglichkeiten des Kliniklebens wie Spritzen, Untersuchungen, Blutabnahmen etc. mit den Clowns lachen zu können.

Auch hier steht die Förderung und Unterstützung des Lebensmuts unserer Patienten ganz im Vordergrund. Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen und damit einhergehenden z.T. zumindest vorübergehenden einschneidenden Therapiemaßnahmen ist die Arbeit der Clowns segensreich und hilft ihnen wiederum über die schwere Zeit hinweg, immer wieder den Mut ins Leben zu finden.

Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin
Universitätsklinikum Ulm

 

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